Neuromodulationszentrum

Wir sind eines der führenden Neuromodulationszentren in Europa

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Was bedeutet Neuromodulation

Das Zentrum für Neuromodulation und Invasive Schmerzmedizin am Algesiologikum München widmet sich der invasiven und operativen Versorgung von Schmerzpatient*innen, deren chronische Schmerzen durch konservative Maßnahmen wie Schmerzmedikamente oder Physiotherapie nicht ausreichend behandelt werden können.

Dabei kommen sämtliche zur Verfügung stehenden Verfahren, wie die Stimulation des Rückenmarks oder von peripheren Nerven mittels implantierbarer Stimulationssysteme, sowie die Anwendung von Medikamenten über implantierbare Pumpen zum Einsatz.

Wir bieten eine vollständige Betreuung der Patient*innen an, die vom anfänglichen Beratungsgespräch und der ausführlichen körperlichen Untersuchung in unserer Neuromodulationssprechstunde im Algesiologikum MVZ München, über die invasive und operative ambulante oder stationäre Versorgung, bis zur Nachbetreuung über mehrere Jahre reicht.

Dabei liegt uns die stetige Weiterbetreuung unserer Patient*innen auch nach der Operation besonders am Herzen, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Welche Krankheitsbilder lassen sich mit Neuromodulation behandeln?

Chronische Rückenschmerzen betreffen sehr viele Menschen. Besonders einschränkend sind Rückenschmerzen, die nach Operationen an der Wirbelsäule weiterbestehen oder sich sogar verschlimmern. Diese Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität der Patient*innen erheblich. Sowohl Rückenschmerzen, die nach vorangegangener Wirbelsäulenoperation verbleiben, als auch Rückenschmerzen, die aufgrund einer muskulären Schwäche der Stützmuskulatur der Wirbelsäule entstehen, können erfolgreich mit Neuromodulation behandelt werden.

Neuropathische Schmerzen der Arme oder Beine können auf viele Ursachen zurückzuführen sein. Sie können nach Operationen verbleiben, oder aufgrund von Verletzungen von Nervenstrukturen auftreten. Auch komplexe Krankheitsbilder wie das Komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) können die Ursache sein. Sowohl Schmerzen, die nach vorangegangener Wirbelsäulenoperation verbleiben, als auch Schmerzen, die nach Verletzungen von Nervenwurzeln entstehen, können durch Verfahren der Neuromodulation behandelt werden.

Knieschmerzen, welche typischerweise lokal am Knie auftreten, können trotz erfolgreicher Knie-OP bestehen bleiben, oder sich sogar verschlimmern. Oft treten solche chronischen Knieschmerzen nach mehrfacher Knie-OP auf und lassen sich durch weitere Knie-Operationen nicht mehr positiv beeinflussen. Chronische Knieschmerzen nach Operationen können auf verschiedene Weise mit Verfahren der Neuromodulation behandelt werden. Wichtig ist im Vorfeld eine ausführliche Diagnostik, um das bestmögliche Verfahren auswählen zu können.

Nervenschmerzen im Leistenbereich, die sehr häufig mit einer Berührungsempfindlichkeit der Haut einhergehen, können viele Ursachen haben. Zu den häufigsten zählen Nervenverletzungen durch Operationen im Bereich der Leiste. Diese Schmerzen können ebenfalls durch verschiedene Verfahren der Neuromodulation positiv beeinflusst werden. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, wird im Vorfeld eine umfassende Diagnostik durchgeführt.

Chronische Beckenschmerzen betreffen die knöchernen, muskulären und Nervenstrukturen des Beckens. Knöchern können die Beckenknocken, das Kreuzbein oder das Steißbein betroffen sein. Muskulär ist häufig der Beckenboden an den chronischen Schmerzen beteiligt. Nervenschmerzen treten im Versorgungsgebiet eines Beckennerven wie z.B. des N. Pudendus auf oder werden durch eine Schädigung des betroffenen Nerven ausgelöst. Unterschätzt wird häufig der chronische Steißbeinschmerz (Coccygodynie). Er beeinträchtigt die Lebensqualität der Patient*innen in hohem Maße, da sie oft nicht lange sitzen können.

Die muskulären Schmerzen des Beckenbodens beeinträchtigen die Funktion des Beckenbodens, der Blasen- und Mastdarmschließmuskel und der Genitalorgane. Die Nervenversorgung des Beckenbodens ist komplex. Ein Nervenschmerz im Bereich der Haut des Beckenbodens oder der Schleimhäute der Beckenorgane beeinträchtigt die betroffenen Patient*innen schwer.

Neuromodulation als effektive Behandlungsmethode

Nach Ausschluss einer urologischen oder gynäkologischen Schmerzursache kann die Neuromodulation eine sehr effektive Methode sein, um die Beckenschmerzen zu lindern. Wichtig sind gezielte lokale Betäubungen (diagnostische Nervenblockaden), um die schmerzverursachenden Gelenk- oder Nervenstrukturen zu identifizieren. Gleichzeitig kann durch den Effekt der Betäubung auf die Schmerzleitung und Schmerzverarbeitung die Wirkung der Neuromodulation besser eingeschätzt werden.

Das chronische, regionale Schmerzsyndrom, CRPS (chronic regional pain syndrome), früher auch als Morbus Sudeck bezeichnet, beschreibt ein komplexes Schmerzsyndrom, welches in der Regel nach einem leichten Trauma oder einer Operation an den Extremitäten auftritt. Der exakte Entstehungsmechanismus ist weiterhin unbekannt. Es entstehen über das Trauma hinausreichende Schmerzen, welche häufig von Symptomen wie Schwellung oder Temperaturveränderungen der betroffenen Extremität begleitet werden und sich nicht auf das Versorgungsgebiet einzelner Nerven beschränken. Zusätzlich können das Haar- und Nagelwachstum beeinträchtigt sein. Nach Erschöpfung aller konservativen Therapieoptionen kann durch Neuromodulation häufig sowohl eine Linderung der Schmerzen, als auch eine Verbesserung der Funktion der betroffenen Extremität erreicht werden.

Chronische Schmerzen bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit treten zunächst nur bei Belastung, bei Fortschreiten der Krankheit auch in Ruhe auf. Patient*innen profitieren ab dem Stadium IIb nach Fontaine sehr gut von einer epiduralen Rückenmarksstimulation. Nach sechs Monaten lässt sich eine deutlich verbesserte Durchblutung der betroffenen Extremitäten messen, was auch eine deutlich positive Wirkung auf die Wundheilung bei fortgeschrittener pAVK hat.

Die verschiedenen Verfahren der Neuromodulation

Die epidurale Rückenmarksstimulation, SCS (Spinal Cord Stimulation) ist ein Verfahren, welches bereits in den 70er Jahren entwickelt wurde. Dabei werden die sogenannten Hinterstränge des Rückenmarks, welche die zum Gehirn aufsteigenden Schmerzbahnen führen, elektrisch stimuliert. Durch die technologische Entwicklung der letzten 10 Jahre, welche sowohl in der Hard- als auch in der Software große Fortschritte gemacht hat, ist es heutzutage möglich die Schmerzsignale entweder zu überlagern („Kribbeln“) oder zu unterdrücken („Stilles Programm“ oder „parästhesiefrei“).

Auch eine Kombination aus den verschiedenen Stimulationsparadigmen ist durch die neuste Generation von Neurostimulatoren möglich, was eine optimale Anpassung der Therapie an die jeweiligen Bedürfnisse des Patient*innen ermöglicht.
Die Stimulation der Ganglien (Nervenzellknoten) der vom Rückenmark abgehenden Nervenwurzeln

Dieses Verfahren stellt eine Alternative zur SCS dar und kommt vor allem bei Schmerzen zum Einsatz, die einem klar umschriebenen anatomischen Gebiet folgen. Dabei werden die sog. Spinalganglien stimuliert, in denen eine Verarbeitung und Umschaltung von Nervenimpulsen stattfindet. Die Stimulation findet mit sehr niedriger Stromstärke statt. Sie wird von den Patient*innen nicht wahrgenommen, da sie sich unterhalb der Wahrnehmungsgrenze befindet. Die Vorteile der DRGS liegen in einer selektiven und dadurch effektiven Behandlung direkt an den betroffenen Nervenzellen.

Die Periphere Nervenstimulation umfasst die direkte Stimulation an größeren peripheren Nerven, wie z.B. dem N.Ulnaris, N.Medianus oder N.Tibialis. Dieses Verfahren stellt eine weitere Alternative dar und kommt vor allem bei Patient*innen zum Einsatz, deren Schmerzen im Versorgungsgebiet eines größeren peripheren Nervens liegen.

Dieses Verfahren eignet sich für Schmerzen, die keinem anatomischen Versorgungsgebiet folgen oder, wie z.B. der N.Occipitalis, sehr oberflächlich, also direkt unter der Haut liegen. Hierbei werden Elektroden direkt unter die Haut implantiert, um eine Stimulation direkt im Zielgebiet zu erreichen.

Bei der sakralen Nervenstimulation werden, je nach Bedarf, die Nervenwurzeln S1-S5 stimuliert. Dieses Verfahren kann sowohl bei Beckenboden- oder Genitalschmerzen, als auch bei neurogenen Blasenbeschwerden zum Einsatz kommen.

Bei seltenen Schmerzsyndromen wie dem Hinterhauptschmerzsyndrom (Occipitalis Syndrom), aber auch bei therapierefraktärer Migräne kann über eine Stimulation der Hinterhauptsnerven (Nn. Occipitales) oftmals eine gute Schmerzlinderung erreicht werden.

Bei Gesichtsschmerzen, die auf die medikamentöse Schmerztherapie oft nur ungenügend ansprechen, kann durch Einsatz von dünnen, unter der Haut implantierten Stimulationselektroden der Schmerz positiv beeinflusst werden.

Die gRFT ist eine Therapie mit hochfrequenten Radiowellen (450 – 500 kHz), die über eine Spezialkanüle oder eine sog. Multifunktionselektrode an Nervenstrukturen angewandt wird. Im Gegensatz zu der kontinuierlichen Radiofrequenztherapie werden bei der gRFT die Nervenbahnen oder Nervenzellen nicht zerstört („verödet“), sondern durch Begrenzung der Temperatur auf 40 – 42 °C und der Anwendung einer gepulster Abgabe der elektrischen Energie moduliert. Dadurch wird an den Nervenbahnen eine Wirkung ähnlich einer langanhaltenden Betäubung erreicht. An den Nervenzellen wird die Verarbeitung von Schmerzimpulsen so moduliert, dass sie in nur noch in vermindertem Maße zum Gehirn geleitet werden. Bei der gRFT wird keine Elektrode und kein Impulsgenerator implantiert.

Bei unspezifischen Rückenschmerzen, bei denen trotz intensiver Physiotherapie und Training kein Wiederaufbau der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur gelingt, kann über ein implantierbares System die Muskulatur gestärkt und damit der Schmerz gelindert werden.

Kontinuierliche Infusion von starken Schmerzmitteln in den Rückenmarkskanal durch implantierte Medikamentenpumpen

In den Körper implantierte Medikamentenpumpen kommen sowohl in der Behandlung von schweren chronischen Schmerzen, wie z.B. bei Tumorschmerzen oder bei nicht beherrschbaren starken Rückenschmerzen, aber auch zur Behandlung von Spastik, wie z.B. bei Multipler Sklerose oder einer Querschnittslähmung zum Einsatz.

Neuromodulationsverfahren stimulieren gezielt Strukturen des zentralen oder peripheren Nervensystems. Um die schmerzverarbeitenden Nervenstrukturen zu identifizieren und die Wirksamkeit der Neuromodulationsverfahren besser abschätzen zu können, werden gezielte diagnostische Blockaden (lokale Betäubungen) unter Ultraschall oder Durchleuchtungskontrolle durchgeführt.

Vorgehensweise

Wir möchten Ihnen gerne einen kleinen Überblick über den Ablauf einer neuromodulatorischen Behandlung geben. Bei weiteren Fragen zögern Sie bitte nicht uns zu kontaktieren.

Indikationsstellung

Bitte vereinbaren Sie zunächst einen ambulanten Termin (in unserer Praxis) bei einer/m neurochirurgisch tätigen Behandler*in. Diese/r wird in einer Untersuchung prüfen, ob ein Verfahren der Neuromodulation und wenn ja welches, für Sie indiziert (angezeigt) ist.

Testphase

Ist die Indikation für die Neuromodulation gestellt und das Verfahren mit Ihnen abgestimmt, erfolgt bei den meisten Techniken zunächst eine Testphase. In der Testphase können Sie die Stimulation ausprobieren. Hierfür werden Ihnen eine oder mehrere Elektroden implantiert, die an ein externes Stimulationsgerät angeschlossen werden.

Implantation des Stimulators

In einem zweiten Termin werden die Ergebnisse mit Ihnen besprochen. War die Testphase erfolgreich und haben sich Ihre Beschwerden deutlich gebessert, wird Ihnen der Neurostimulator chirurgisch implantiert.

Dauer des Aufenthalts

Die Implantation erfolgt stationär. In der Regel werden die Patient*innen dann für 3-5 Tage in unserer Klinik für Schmerzmedizin stationär aufgenommen.

Nachsorgesprechstunde

Wir betreuen Sie selbstverständlich auch nach erfolgter Neuromodulation weiter. Die Patient*innen kommen in regelmäßigen Abständen zur Nachsorgesprechstunde, in der das implantierte Gerät ausgelesen, getestet und ggf. Ihren Bedürfnissen entsprechend angepasst wird.

Unser Behandlungsteam

Neuromodulation

Dr. univ. (Ferrara) Walter Demmel

Chefarzt Zentrum für Neuromodulation/ Klinik für Schmerzmedizin

Facharzt für Neurochirurgie
Neuromodulation

Dr. Dimitrios Koulousakis

Leitender Oberarzt Zentrum für Neuromodulation/Klinik für Schmerzmedizin// Algesiologikum MVZ

Facharzt für Neurochirurgie, Spezielle Schmerztherapie
Neuromodulation

Dr. Reinhard Thoma

Ärztlicher Direktor Algesiologikum GmbH, Chefarzt Klinik für Schmerzmedizin

Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie, Intensivmedizin, Notfallmedizin

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Kontaktinformationen

Unsere Öffnungszeiten:

Mo-Do: 08.30-13 Uhr/14-17 Uhr
Fr: 08.30-14 Uhr

Achtung: Aus Infektionsschutzgründen nutzen Sie bitte den Zugang über das Diakoniewerk in der Arcisstraße 35! Von dort gehen Sie im Haus zurück in die Heßstrasse 22, Haus 1, 1. OG. (Achten Sie auf den blauen Bereich der Wegweiser.)