Ratgeber: Medikamente in der Therapie chronischer Schmerzen

Veröffentlicht: 18.März 2026
Author:Julia Soschinski

Wenn Sie an chronischen Schmerzen leiden, ist eine gut abgestimmte medikamentöse Therapie oft ein wichtiger Baustein, um die Lebensqualität wieder zu verbessern.

Da Schmerz jedoch nicht gleich Schmerz ist, kommen je nach Art und Ursache der Beschwerden unterschiedliche Wirkstoffgruppen zum Einsatz.
Im Folgenden möchten wir Ihnen einen allgemeinen Überblick geben.

Die drei wichtigsten Säulen der medikamentösen Schmerztherapie:

Klassische Schmerzmittel (Nicht-Opioide)

Für leichte bis mäßige Schmerzen oder bei Beschwerden, die durch Entzündungen (wie etwa an den Gelenken) hervorgerufen werden, greifen Ärzt*innen häufig auf sogenannte Nicht-Opioide zurück. Diese Medikamente wirken zumeist direkt am Ort des Geschehens, indem sie die Bildung von Entzündungs- und Schmerzstoffen im Körper hemmen.

Wichtig zu wissen: Auch wenn einige dieser Mittel ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, dürfen sie bei einer Daueranwendung nicht unterschätzt werden. Langfristig können sie Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt, die Nieren oder das Herz-Kreislauf-System haben. Eine regelmäßige Einnahme sollte daher immer ärztlich begleitet werden.

Starke Schmerzmittel (Opioide)

Reichen klassische Schmerzmittel nicht aus oder leiden Sie unter starken bis sehr starken Schmerzen, können Opioide verordnet werden. Im Gegensatz zu den Nicht-Opioiden wirken diese zentral im Gehirn und Rückenmark, wo sie an speziellen Rezeptoren andocken und so die Schmerzwahrnehmung gezielt dämpfen.

Wichtig zu wissen: Gerade zu Beginn der Therapie können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel oder Müdigkeit auftreten, die sich aber oft nach einiger Zeit legen. Sehr häufig verursachen Opioide jedoch eine hartnäckige Verstopfung, die in der Regel durch zusätzliche Medikamente mitbehandelt werden muss. Da sich der Körper an diese Medikamente gewöhnen kann, bedarf die Therapie einer engen ärztlichen Überwachung.

Begleitmedikamente (Ko-Analgetika)

Viele Patient*innen sind überrascht, wenn ihnen ihr/e Schmerztherapeut*in Medikamente verschreibt, die ursprünglich für die Behandlung von Depressionen oder epileptischen Krampfanfällen entwickelt wurden. In der modernen Schmerzmedizin spielen diese sogenannten Ko-Analgetika jedoch eine unverzichtbare Rolle. Sie werden vor allem bei chronischen Schmerzen und ganz besonders bei Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) eingesetzt.

Wichtig zu wissen: Diese Medikamente werden hier nicht eingesetzt, weil die Ärzt*ineine psychische Erkrankung vermutet. Vielmehr nutzen sie Botenstoffe im Gehirn, um die körpereigene Schmerzhemmung zu stärken, oder sie beruhigen direkt die übererregten Nervenbahnen, die falsche Schmerzsignale an das Gehirn senden.

Besondere Vorsicht bei Wechselwirkungen

Werden chronische Schmerzen behandelt, müssen Patient*innen oft verschiedene Medikamente gleichzeitig einnehmen. Hier ist besondere Vorsicht geboten: Unterschiedliche Präparate können sich im Körper gegenseitig beeinflussen. Manche Medikamente verstärken sich gegenseitig in ihren Nebenwirkungen, andere hemmen den Abbau im Körper, wodurch es zu gefährlichen Überdosierungen oder Wirkungsverlusten kommen kann.

Unser Tipp:

Informieren Sie Ihre/n Ärzt*in stets lückenlos über alle Medikamente, die Sie einnehmen – dazu gehören auch pflanzliche Mittel, Nahrungsergänzungsmittel oder frei verkäufliche Tabletten. Nur so kann ein individueller, sicherer und erfolgreicher Therapieplan für Sie erstellt werden.