Rückenschmerzen und Covid 19

Veröffentlicht: 22.Juli 2021
Author:Julia Soschinski

Covid 19 und Rückenschmerzen -die Zusammenhänge

Rückenschmerzen sind kein typisches Symptom einer Covid 19 Erkrankung, wenn sie auftreten, tun sie das meist im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Oft sind sie dann eher die Folge der körperlichen Inaktivität (wenn man sich krank fühlt, bewegt man sich automatisch weniger). Auch Patient*innen, die unter Long Covid leiden, beklagen Rückenschmerzen bzw. Ganzkörperschmerzen und allgemeine Leistungsschwäche. Viel größer und bedenkenswerter ist aber die Zahl der Rückenschmerz-Fälle, die indirekt durch die Pandemie verursacht werden. Waren Rückenschmerzen schon immer ein Volksleiden (Barmer Gesundheitsreport 2019), so hat die Symptomatik während und durch die Pandemie eine neue, erschreckende Dimension angenommen. Dabei ist nicht nur die Anzahl der Rückenschmerz-Geplagten gestiegen, auch die Intensität der Schmerzen hat deutlich zugenommen. (dies macht sich zum Beispiel in längeren und häufigeren Kranktagen der Arbeitnehmer*innen bemerkbar, siehe z.B. Krankenstandsanalyse DAK).
Die Ursachen liegen auf der Hand:
Die meisten Menschen haben während der Pandemie zuhause gearbeitet, nur wenige konnten dabei auf einen ergonomischen Arbeitsplatz zurückgreifen.
Die Ausübung der meisten sportlichen Aktivitäten war lange Zeit nicht möglich, was insgesamt zu einer deutlichen Reduzierung der Aktivität des Einzelnen geführt hat. Vielen Arbeitnehmer*innen fällt das Abschalten und Entspannen im Home Office zunehmend schwerer und die ungewisse Situation führt zu vermehrtem psychischem Stress. Ganz zu schweigen von der Doppelbelastung, der viele Eltern von schulpflichtigen Kindern ausgesetzt waren.
Einige Umstände haben sich inzwischen geändert, aber die Rückenschmerzen bleiben.
Um Rückenschmerzen vorzubeugen empfehlen sich ganz einfache Maßnahmen:
1. Bewegen, bewegen, bewegen!
Achten Sie darauf, sich regelmäßig zu bewegen. Tun Sie dabei etwas, was Sie gerne tun. Seien es regelmäßige Spaziergänge, Fahrradfahren (#bike2X cycle to your homeoffice) oder Tanzen, was immer Ihnen guttut. Ein Wechsel der Szenerie tut dabei auch Ihrer Psyche gut.
2. Regelmäßigkeit
Bewegen Sie sich regelmäßig und führen Sie eine realistische Routine ein. Während der Arbeitszeit können Sie sich zum Beispiel eine Erinnerung stellen, dass sie jede Stunde aufstehen und sich dehnen. Das hat gleichzeitig den tollen Nebeneffekt, dass Ihr Gehirn nach einer Dehneinheit besser durchblutet wird und Sie sich wieder besser konzentrieren können.
3. Entspannen
Lernen Sie aktiv sich zu entspannen. Wenn Sie spüren, dass es Ihnen schwerfällt, sich zu entspannen, lohnt es sich, sich näher mit den diversen zur Verfügung stehenden Entspannungstechniken zu befassen. Haben Sie dabei Geduld. Nicht jede Übung ist für jeden auch gleich die richtige.
4. Ergonomischer Arbeitsplatz
Achten Sie auf einen ergonomischen, rückenfreundlichen Arbeitsplatz. Sie haben ein Recht darauf. (Sollten Sie noch im Home Office arbeiten, lassen sich größere Anschaffung, wie ein neuer Schreibtischstuhl etc. übrigens von der Steuer absetzen).
Wichtig: Scheuen Sie sich nicht eine/n Schmerzexpert*in aufzusuchen, sollten Sie schon seit längerer Zeit unter Rückenschmerzen leiden. Um eine Chronifizierung zu vermeiden ist rechtzeitiges Handeln essentiell.
In unserer Algesiogikum Tagesklinik helfen wir Ihnen dabei, Ihr eigener Schmerzexperte zu werden. Wir geben Ihnen effektive Strategien zur Schmerzbewältigung an die Hand, mittels derer Sie lernen, Ihren Schmerz selbst positiv zu beeinflussen. Unser Fokus liegt daher nicht auf operativen Eingriffen, sondern auf der Verhaltensänderung und dem Abbau von Bewegungsängsten. Sie als Patient werden selbstwirksam und damit unabhängig von Therapeut*innen. Gerne können Sie uns dazu kontaktieren.
Ihr Team der Algesiologikum Tagesklinik
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